Sylvester-Schalmei

Heute, Sylvester, im Schwäbischen Tagblatt Tübingen, Jahresrückblick 2010:


Meine Webseite wurde am 1.1.2009 eröffnet, seitdem existiert auch der täglich geführte Blog.

S 21 muss mehr denn je bekämpft und verhindert werden, nachdem die „guten Argumente“ immer mehr wegbrechen. Bahnchef Grube nahm vor wenigen Tagen Abschied von der Behauptung des „best geplanten Projekts“, wie bereits schon die Schlichtung die „Magistrale“ als Werbeschlagwort entlarvt hat. Bei zwei Versuchen in der Schlichtung, die Leistungsfähigkeit von S21 zu demonstrieren ist die Bahn kläglich gescheitert. Jetzt braucht sie ein halbes Jahr, bis der „Stresstest“ fertig ist. Bis dahin soll weiter gebaut werden, Park und Denkmal Bonatzbahnhof weiter zerstört werden. Die Bevölkerung wird von Mappus, Gönner, Grube und Co. immer noch für dumm gehalten, das gelingt aber immer weniger.

Der
Friedensschalmei von MP Mappus (Neujahrsansprache) töne ich das „Freunde schöner Kopfbahnhöfe“ entgegen. NEIN zu Stuttgart 21, OBEN BLEIBEN!

Allen meinen Bloglesern herzliche Obenbleibengrüße zu Sylvester und Neujahr mit allen guten Wünschen!
E-Mail an Siegfried Busch

Mappus (4) Ausreden

Mappus nach dem Wasserwerfertag (Minute 7:32)
„...ich möchte mich nicht in 20 oder 30 Jahren von unseren Kindern und deren Kindern fragen lassen müssen, warum wir diese einmalige Chance nicht ergriffen haben…“
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Herr Mappus, was ist aber, wenn Ihre Kinder fragen, warum Sie damals so eine krasse Fehlplanung, so ein riskantes Projekt mit aller Gewalt durchgesetzt haben, das so großes Unglück über die Stadt Stuttgart und die Bahn gebracht hat?
„Einmalige Chance“ ist mit Blick auf die Realität auch die Chance zum Scheitern, zum jahrzehntelangen Leidensweg der Stuttgarter und der Bahnreisenden. Dafür können Sie die Verantwortung keinesfalls übernehmen.

Mappus (3) Leerformeln

MP Mappus wörtlich: (am Tag nach den Wasserwerfern, Minute 7:32)

„Stuttgart 21 ist ein Generationen-, ein Jahrhundertprojekt...“
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Wie später die Schlichtung dann deutlich gezeigt hat, ist Stuttgart 21 (vor allem ohne „Plus“) eine gefährliche Fehlplanung und bedeutet die Verschlechterung des Bahnverkehrs für die nächsten Generationen. „Generationenprojekt“ ist kein automatisches Gütesiegel zur Umsetzung des „Wurmbaus zu Babel“. Die Vokabeln „Generationen- und Jahrhundertprojekt“ sind deshalb reine Schlagworte und Leerformeln ohne Überzeugungskraft.

Grube in Erklärungsnöten

bahnchef-grube-kritisiert-stuttgart-21
„...In einem von der Wirtschaftswoche veröffentlichten Brief an die Bahnmitarbeiter schrieb Grube, er sei „zutiefst überzeugt, dass Stuttgart 21 richtig ist“. Als Argument für den Neubau nannte Grube Umweltvorteile. Er sei überzeugt, dass „zahlreiche Flüge über Distanzen von 600 bis 700 Kilometern“ wegfielen, weil die Bahnfahrtzeiten künftig kürzer werden....“
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Der Bahnchef hat durch die Schlichtung wenig gelernt. Die „Umweltvorteile“ sind geschwunden (Geißler: K21 ist ökologischer) wie auch die meisten der „guten Argumente“ weg sind. Und steckt der Flughafen Stuttgart über hundert Millionen Euro in die Flughafenanbindung, wenn durch Stuttgart 21 „zahlreiche Flüge“ wegfallen? Die „Bahnfahrzeiten“ werden ja gar nicht kürzer im Vergleich zu K 21, aber der Reisekomfort und die Zuverlässigkeit der Bahn wird durch S 21 erheblich leiden.

nicht sachlich, sondern allein machttechnisch

„Bahnhof verstehen“ - eine stimmige Betrachtung zum Bürgerprotest, heute im Naumburger Tageblatt:
.... „Es gibt keine sachlich, sondern allein eine machttechnisch überlegene Rationalität der politischen Elite - und an deren Betriebsvorteil sollte bislang nicht gerüttelt werden. Stuttgart 21 zeigt aber, dass die Vertreter der repräsentativen Demokratie heute nicht mehr gegen die Vertreter der internetgestärkten Zivilgesellschaft regieren können...“

Mappus (2): der Wortlaut

Spiegel.de (Minute 7.32)

Ministerpräsident Stefan Mappus versucht, seine Politik der harten Hand zu rechtfertigen:

„Stuttgart 21 ist ein Generationen-, ein Jahrhundertprojekt, und ich möchte mich nicht in 20 oder 30 Jahren von unseren Kindern und deren Kindern fragen lassen müssen, warum wir dies einmalige Chance nicht ergriffen haben, vielleicht auch nur, weil eine Landtagswahl bevorsteht.

Mappus (1) Dez. 2010

„Kleinholz im Schlosspark“
Zum Heiligen Abend brachte
Spiegel-tv einen Rückblick auf den „Schwarzen Donnerstag“ in Stuttgart. MP Mappus tritt vor die Kameras (bei Minute 7.30) und rechtfertigt das brutale Vorgehen der Polizei mit Sprechblasen wie „einmalige Chance“, die alle durch die Schlichtung höchst anfechtbar geworden sind.

unvorstellbar

S.B.: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Stuttgart 21 wirklich kommt.“
N.N. „Warum?“
S.B. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein so mangelhaftes Projekt tatsächlich umgesetzt wird.“

Bahnchaos und S21

Leserstimmen zum WELT-Artikel „Die Bahn hat selbst Schuld an ihrem schlechten Ruf“

„Die Bahnhöfe sind runtergekommen, aber S 21 für zig Milliarden bauen wollen, das passt alles nicht zusammen.“

„Aber auf dicken Max mit S21 machen und dabei nicht mal die kleinsten Kleinigkeiten auf die Reihe bekommen.“

„Teure unterirdische Bahnhöfe (S21) werden das Problem, dass selbst ein gewöhnlicher Fahrbetrieb nicht aufrecht erhalten werden kann noch weiter verschärfen.“


„Stuttgart 21 ist ein zerfledderter Zombie…“

OB Boris Palmer bei der Montagsdemo am 11.12.210, Video hier.

schlicht unwahr

„Ein Großteil der angeblichen Vorteile und Chancen von S21 (Leistungsfähigkeit, „europäische Magistrale“, Fahrzeitverkürzungen, Kosten, ökologische Tauglichkeit u.a.m.) hat sich im Zuge des Runden Tischs als überzogen, aufgebauscht oder schlicht unwahr erwiesen.“
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Aus der „Gemeinsamen Erklärung“ der Theologinnen und Theologen zu „Stuttgart 21“.
Ganze Schrift hier lesen

Die Bahn als Gärtner

Leserbrief Egon Hopfenzitz zu StN Nr. 291 vom 16.12.2010 "Bahn macht den Stresstest in eigener Regie".

Nun mach sich der Bock -- die Bahn -- selbst zum Gärtner und der Schweizer Verkehrsgutachter SMA, von der Bahn bezahlt, darf das bahneigene Ergebnis des Stresstestes gerademal noch nachprüfen. Und unüberhörbar sind die vorauseilenden Kommentare von Politik und Bahn, von Gönner, Grube und Kefer: "9. und 10. Gleis im Tiefbahnhof wird nicht nötig"! Seinen ebenfalls vorauseilenden Segen gab Geißler selbst am letzten Schlichtungstag in dem er das Simulationsergebnis als ultimo ratio bezeichnete.
Egon Hopfenzitz, Stuttgart Nord

unheilbare Fehlplanung

Stuttgart 21 (samt Neubaustrecke) ist eine unheilbare Fehlplanung
Geißler unterschlägt in seinem „Schlichterspruch“ die Probleme des Filderabschnitts
Memorandum der Schutzgemeinschaft Filder mit drastischen Feststellungen
hier lesen

Zwischenruf, wohlbekannt

Aus einer Mail von heute:
Der Schlichterspruch ist erfolgt. Fair ist er nicht, jedoch eine schallende Ohrfeige für das am besten geplante Projekt der Bahn! 

nach dem Fakten-Check

Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischer
Überlegungen nach dem Faktencheck

Fakten-Check - ja!
Demokratie-Check - nein?

Bahn entmenscht?

Kommentar zum Artikel „Vorarbeiten haben begonnen“ in der Stuttgarter Zeitung („...Von Aichelberg aus erstreckt sich der 14,5 Kilometer lange Albaufstiegsabschnitt bis südöstlich von Hohenstadt überwiegend im Tunnel...“)

„Eines der größten Verdienste von Schlichter Geißler ist die Rettung der Gäubahnstrecke bis nach Stuttgart hinein. Bahnfahren kann oberirdisch ein Reiseerlebnis sein, in Maulwurf 21 nicht, auch nicht auf der Neubaustrecke.

Der Wurmbau zu Babel Stuttgart - Ulm ist menschenfeindlich. Die Bahn wird viele Kunden verlieren im ICE, die sich diese Tunnelschnellstrecke nicht antun wollen. Lieber etwas langsamer über die Geislinger Steige, das wird auch viel preiswerter zu haben sein.
Aber ob es in Jahrzehnten einmal so kommen wird, steht in den Sternen.“

albrecht 61 gibt zu denken!

„Wer finanziert Stuttgart 21?“

albrecht 61 kommt zu interessanten Ergebnissen:

„Der wahre Anteil der Bahn an den Projektkosten beträgt noch nicht mal 8% und der Anteil des Bundes beträgt noch nicht einmal ein Drittel.

Finanziert werden muss das Projekt S21 also ganz überwiegend von den Baden-Württembergern selbst. Und erheblich mehr noch von den Stuttgartern: mit fast 2.000 €/Kopf – vom Baby bis zum Greis.“
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Lesen Sie seinen offenbar
Insider-fachkundigen Kommentar hier, etwas gekürzt und anders formatiert.

rabiate Methoden

Prof. Dr. Josef Lutz, Chemnitz
Perspektiven eines umweltverträglichen Verkehrs der Zukunft - und warum Stuttgart 21 das Gegenteil ist
Mit rabiaten Methoden wollen Bahn, Stadtspitze und Landesregierung ihr Megaprojekt Stuttgart 21 gegen die Bevölkerungsmehrheit durchsetzen. Ausgehend von einer möglichen künftigen umweltfreundlichen Mobilität, in dem Elektrofahrzeuge und die Schiene eine zentrale Rolle spielen müssen, stellt Prof. Lutz Fragen nach den wirtschaftlichen und politischen Hintergründen dieses verfehlten Projekts.
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Der Referent des Vortrags vom 11.12.2010 in Stuttgart ist angefragt nach seinem Manuskript oder einer Zusammenfassung. Es wird dann h i e r eingestellt und auch im aktuellen Blog darauf verwiesen.



die schrecklichste Baustelle seiner Geschichte

Das wollen wir unbedingt verhindern, was Gottfried Knapp in der Süddeutschen Zeitung voraussieht:

„Zunächst muss sich Stuttgart auf die schrecklichste Baustelle seiner Geschichte einstellen. Wenn am Bahnhof demnächst die Bahnsteige provisorisch ins weichendurchsetzte Gleisvorfeld hinausgeschoben werden und die Fahrgäste 100 Meter lange Notbrücken überqueren müssen, dürften, zumindest was den öffentlichen Frust angeht, neue Maßstäbe gesetzt werden.“
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Der SZ-Artikel „Wo ist das Guckloch im Beton“, an dessen Ende das obige Zitat steht, hält den Stadtplanern nochmals den Spiegel vor, was „sich die Stadt mit diesen Baumaßnahmen antut.“

d‘ Hos verschissa

Aus einem Kommentar (10:27) zum Artikel „Bahn hielt wahre Kosten ein Jahr unter Verschluss“ in den Stuttgarter Nachrichten“ in den Stuttgarter Nachrichten:

„...und nun versuchen Sie sich an dem alten schwäbischen Sprichwort "dass nie derjenich Schuld isch, der d´Hos verschissa hot, sondern immer der selle wo schreit do schdeenkts" abzuarbeiten!!“


Die Magistrale

Heiner Geißler im Spiegel Nr. 49 vom 6.12.2010, S. 33:
„Wenn man behauptet, Stuttgart 21 sei wegen einer Magistrale Paris-Stuttgart-Bratislava notwendig, hat man fast schon verloren.“
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Kommentar S.B.:
Das war doch immer eines der Hauptargumente der S-21-Befürworter.
Oettinger, Mappus, OB Schuster und die Bahn haben immer von der Wichtigkeit dieser „Magistrale“ gesprochen. Nun ist es durch die Schlichtung als Werbeformel entlarvt worden, von der Bahn offen zugegeben. Was bleibt nun an Argumenten für S21? Es gibt deutlche „Argumentationsdefizite“ (Spiegel).

Stuttgart minus

Kommentar in der Stuttgarter Zeitung

Siegfried Busch

Stuttgart minus
Wenn das best geplante Bahnprojekt zum Funktionieren ein Plus braucht, war es bisher Stuttgart minus. Passt zum Keller, unterirdisch. Was nach Geißler für S21 spricht, sind sind vor Allem Planungstiefe und Ausstiegskosten. Und deswegen die schlechtere Alternative bauen? Die wissenden Bürger/innen werden sich nicht einlullen lassen, das Vorgehen der Polizei als "verhältnismäßig" ansehen und sie werden deshalb weiterhin energisch protestieren und demonstrieren.

Der Stuttgart 21 - Irrtum

Fritz Möbus ist einer der profilierten Blogger gegen Stuttgart 21, sein Thema:

Wie eine Stadt, ein Land und eine Eisenbahn durch eine epochal falsche Planung zerstört werden“

Zwei aktuelle Beiträge lassen an Deutlichkeit nichts vermissen und halten den S-21-Befürwortern den Spiegel vor:

1. Dezember 2010
Schlichtung positiv, Schlichterspruch problematisch

„...Ebenfalls keiner Schlichtung bedurft hätte es für die Feststellung, dass das alternative Projekt K 21 im Planungsstand gegenüber dem Projekt Stuttgart 21 zurückliegt. Das hat man auch schon vorher gewusst und das liegt in der Natur der Sache. Wenn allerdings dieser aktuelle Planungsstand der einzige Grund ist, das Projekt K 21 nicht auszuführen, ist dies tatsächlich das Waterloo für Stuttgart 21....“

Heute, 5. Dezember
Die Tricksereien mit der Leistungsfähigkeit von Stuttgart 21

„....Fazit: Stuttgart 21 ist und bleibt das schillerndste und merkwürdigste Bauprojekt in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Bei realistischer Betrachtung ist es äußerst unwahrscheinlich, dass so ein Projekt tatsächlich gebaut werden kann....“

"Schlichtung und Wahrheit"

„Noch nicht einmal das minimale Gebot wagte er einzuhalten, nämlich Folgerichtigkeit: Bis zum Abschluss des Stresstests keinen Baustopp zu verhängen, ist ein unbegreiflicher handwerklicher und ein fataler politischer Fehler.“
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Aus einem sehr kritischen Artikel zur Schlichtung und der Rolle Geißlers in der Süddeutschen Zeitung

S 21 ist ein Murks

Aus einer Mail:
„Die "Schlichtung" hat viele Leute davon überzeugt, dass S21 ein Murks ist.“
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Kommentar: Das Schlichtungsergebnis in einer klaren Gegenüberstellung wäre zu verbreiten, überall!

K 21 als attraktive Alternative

Aus dem Schlichterspruch ergibt sich K21 als sinnvolle Alternative. Die Vokabel „alternativlos“ erweist sich als Bluff und haltloses Politiksprech:

„Es ist ganz sicher ein wichtiges Resultat der Schlichtung, daß die Idee eines erneuerten Kopfbahnhofs mit Bau eines Anschlußtunnels von Obertürkheim nach Denkendorf zur Neubaustrecke mit Abzweig zum Flughafen trassenmäßig realisierbar und technisch möglich ist.“
„Die Gegner von Stuttgart 21 haben in den Schlichtungsgesprächen deutlich machen können, daß es mit dem Kopfbahnhof 21 eine durchaus
attraktive Alternative gibt, es gibt jedoch ganz konkrete Nachteile.“
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Die Nachteile ergeben sich aus fehlender Planung, Finanzierung und den Ausstiegskosten, alles durch die Politik und die Bahn selbst verursacht. Die Nachteile von Stuttgart 21 sind ganz anderer Art, die jetzt einen Katalog voller Korrekturen („S21 plus“) notwendig machen, ohne dass die großen Risiken und Stadt-Verwüstungen behoben wären, ganz abgesehen von den Belastungen der Stuttgarter während der Bauzeit.

Bauunterbrechung zwangsläufig?

Aus der Erklärung des Aktionsbündnisses nach der Schlichtung:

„Die Zusage der Bahn zu diesem Stresstest für Stuttgart 21 und die Zusage, bauliche Ergänzungen vor Inbetriebnahme zu realisieren, haben aus unserer Sicht zwangsläufig eine Fortsetzung der Bauunterbrechung zur Folge.

Vor einer Fortsetzung des Baus müssen zunächst der Nachweis der Leistungsfähigkeit erbracht, die daraus resultierenden Planänderungen durchgeführt und die Finanzierung der erforderlichen Zusatzmaßnahmen geklärt sein.“
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Bevor das Funktionieren des Bahnhofs nicht nachgewiesen ist einschließlich eines Notfallplans bei S-Bahn-Störungen
und Sperrung einer Röhre des Fildertunnels ist der Weiterbau ohne Wasserwerfer und Knüppel nicht durchsetzbar.