Schmeichelrede (7)

Zur Leistungsfähigkeit bemüht S-21-Chef Brunnhuber vor allem den Stresstest, dieser habe präzise und detailliert 49 Züge in der Stunde nachgewiesen. Oh weh, der Stresstest!
Die
Ingenieure22 für den Kopfbahnhof sagen: „Wir sind uns einig, dass der Stresstest mit gezinkten Karten betrieben und bewertet wurde. Insgesamt wurden bei dem Stresstest 46 (Regel-)Verstöße identifiziert." Alle Regelverstöße stehen hier.
Selbst die
Stuttgarter Zeitung kommentiert am 4.Juli 2011 im Hinblick auf den Stresstest, dass die Deutsche Bahn (schon bei den Kosten) mit gezinkten Karten spielt.

hätte, hätte, Fahrradkette

Stuttgart(dpa). – Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ist weiterhin nicht vom umstrittenen Bahnprojekt Stuttgart 21 überzeugt. "Meine Sicht ist nach wie vor, dass Stuttgart 21 eine Fehlentscheidung war und eine Fehlinvestition ist", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. "Man hätte mit einer Modernisierung der vorhandenen Struktur deutlich mehr aus dem…“
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Danke, lieber Herr Minister Hermann! Der Tübinger OB Palmer und Sie sind die Ehrenrettung der Grünen. Statt „hätte“ wäre natürlich „man kann immer noch“ besser gewesen, vielleicht hilft da die Natur noch kräftig nach, siehe Blogmotto.

CDU-Mitgliederschwund

FAZ: „Mit Blick auf die CDU ist zum Beispiel der Konflikt über Stuttgart 21 immer noch ein frühes eindrückliches Beispiel dafür, wie eine Partei sich von Teilen ihrer Anhängerschaft entfernt. Die Stuttgarter Wutbürger kamen häufig aus der Mitte des Bürgertums…“
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Zum Beispiel: Siegfried Busch gab sein Parteibuch zurück
Schwäbisches Tagblatt, als der erste Stein des Nordflügels abgebrochen wurde, mit Ansage.

Herr Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Walter Wittke

Wie eine Monstranz wird die Kompetenz des „Herrn Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Walter Wittke“ am Beginn der Antwort Brunnhubers zum Anhydrit hergezeigt. Dann ein Ergebnis:

„Alle relevanten Bereiche wurden erfolgreich durchfahren, ohne dass es zu nennenswerten Hebungen gekommen ist.“ Presseinformation vom 5.3.2018

Das erinnert an das Geständnis des minderjährigen Mädchens: „Papa, ich krieg ein Kind, aber bloß ein ganz kleins.“

Zur Problematik des neuen Bauverfahrens Prof. Wittkes und dessen Eigenschaft als Gutachter siehe die Glossen von
Dr. Laternser im Blog gestern.

Schmeichelrede (6)

Bei seiner Darstellung des Anhydrit-Problems blendet Herr Brunnhuber die Warnungen der von der Bahn nicht abhängigen Geologen und Experten aus. Geologe Dr. Laternser kommentierte spontan die Auslassungen Brunnhubers:

Was soll man da sagen!

Das sind die immer gleichen Behauptungen seit Beginn der Diskussion.

Die Antwort widerspricht sich auch: Zum einen gibt es alte Tunnelbauprojekte- zu anderen hat Wittke speziell (in ihre Dimension und Gesamtheit unerprobte) Verfahren speziell entwickelt.

Jeder Tunnel ist anders - und standfeste Alt-Tunnel keine Garantie für sichere Neu-Tunnel. Zumal steigt mit der Strecke im Anhydrit das Risiko!

Wittke´schesVerfahren war bei Genehmigung nicht bekannt - obwohl bei Genehmigung eigentlich alle technischen Probleme gelöst sein müssten.

Wittke ist Planer und Gutachter zugleich - also offensichtlich befangen in seiner Einschätzung.

Ein neues Verfahren in einer so risikobehafteten Geologie zu erproben, zumal im Zentrum einer Großstadt, ist extrem leichtfertig und verantwortungslos.

Die bisherigen Tunnelbauten in Stuttgart zeigten vor allem, das der Anhyhdrit der größte Risikofaktor beim Tunnelbau in Stuttgart ist und man dieses Gestein möglichst wenig "belästigen" sollte. Manche Tunnel machen große Probleme. Der Wagenburgtunnel quillt andauernd und muss immer wieder saniert werden! Die Hebungen betragen in der Nordröhre seit Eröffnung bis maximal etwas über 1 m!

Grundwassermangement musste aufgrund falscher/mangelhafter Bohrdaten neue berechnet und beantragt werden!

Letztes Bohrprogramm (quasi die abschließende Fein-Erkundung) wurde bei den Planungen gar nicht berücksichtigt.

Anhyhdrit wird meist erst im Vortrieb mit chemischen Analysen bestimmt, da sein Vorkommen nicht genau bekannt ist und die meisten Bohrpunkte neben der eigentlichen Trasse liegen!

Lebensfreude

Demo am DB-Tower (26. März 2019, Potsdamer Platz Berlin)
Unbekannt

Schmeichelrede (5)

Bahnsprecher Georg Brunnhuber hat auf die Bürgeranfrage von Jobst Knoblauch als erster Politiker ausführlich geantwortet. Das soll zuerst freundlich anerkannt werden. Es würde mich sehr freuen,
wenn informierte und sachkundige Befürworter eines Aus- und Umstiegs Kommentare zum Antwortschreiben abgeben würden, gern auch nur zu einem Detail,
Kontakt.

Schmeichelrede (4)

Die ehemaligen Einschätzungen von Herrn Schuster haben sich als falsch herausgestellt. Das Projekt S21 ist ein Klima- und Stadtkiller.“
Dieses Fazit hat Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischer gezogen nach Durchsicht des Briefs von OB Dr. Schuster 2017 an alle 300 000 Stuttgarter Haushalte.
Hier seine lockeren, teils ironischen Glossen zum herausragenden Zeitdokument.

verstörend

E-Mail heute von A.K.:
„Gruß aus dem rätselhaften Stuttgart - in der StZ und den StN erscheinen täglich Informationen zu S21, die mich gar zu sehr verstören - angeblich wird’s teurer, dauert länger und schafft weniger??? Das kann ja nicht wahr sein beim Projekt mit Gottes Segen und Symbol unserer Zukunftsfähigkeit! fake news !!!!!“

ach nee

Die Nachrichten zu Stuttgart 21 überschlagen sich: wird teurer, Fehlplanung, zu klein, kein Taktverkehr, lange Umstiegzeiten, oberirdische Gleise sind nötig… War doch alles schon laaaaang bekannt!

Schmeichelrede (3)

Heute beim Bachfest Leipzig die Schäferkantate von J.S. Bach mit der Arie der Doris:

Hunderttausend Schmeicheleien
wallen jetzt in meiner Brust…“

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Im Februar 2029 wurde Herzog Christian von Sachsen-Weißenfels diese Kantate bei seinem Geburtstagsfest als Tafelmusik aufgeführt. Gibt es einen Bezug zu Stuttgart 21? Vielleicht: der Herzog war selbstherrlich, ein Verschwender, sein Land völlig überschuldet.

Schmeichelrede (2)

OB Dr. Schuster 2007 im Brief an alle 300 000 Stuttgarter Haushalte (nach unten scrollen):

  • unsere Stadt wird noch lebenswerter

  • ein neuer Durchgangsbahnhof, der doppelt so leistungsfähig ist

  • der öffentliche Nahverkehr wird spürbar verbessert

  • entlastet die Straßen und unsere Umwelt

  • das Stadtklima…wird nachhaltig verbessert

  • ausgetüftelte Baustellen-Organisation

  • ganz breite Mehrheiten für das Projekt

  • die Stadt übernimmt nur relativ geringe Kosten

  • große Chance für die Zukunft unserer Stadt

  • bessere Zugverbindungen

  • mehr Klimaschutz

  • mehr Lebensqualität

  • mehr Wohnungen

  • mehr Arbeitsplätze

  • mehr Grün

  • bessere wirtschaftliche Perspektiven

abgehängt!

swr heute:
„…Der Zielfahrplan Baden-Württemberg (Stand Mai 2019), der dem SWR vorliegt, zeigt jedoch, dass der neue Bahnknoten Stuttgart einen integrierten Taktverkehr nach Schweizer Vorbild im Südwesten nicht zulässt.“…
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Wieso „Stand Mai 2019“? Das ist doch schon viele Jahre, schon von Anfang an bekannt!
Die Stuttgart-21-Propaganda hatte es allerdings immer anders rum angekündigt: ohne S21 würde Stuttgart abgehängt!

Grube am 9.10.2009 in Sindelfingen (Blog vom 10.10.2009):
„Glänzend und witzig moderiert von Schülern diskutierten Bahnchef Dr. Grube mit Tübingens OB Boris Palmer gestern im Goldberg-Gymnasium Sindelfingen. Beide hinterließen einen hervorragenden Eindruck, der Themenkreis war weit gesteckt: S-Bahn-Probleme in Berlin, Kundenfreundlichkeit, Pünktlichkeit, Privatisierung, Trennung von Netz und Betrieb und zum Schluss Stuttgart 21.

Was blieb dem Bahnchef anderes übrig, als das „geerbte“ Projekt zu verteidigen und die bekannten S-21-Hurra-Argumente aufzuführen: Jahrhundertchance, Flächengewinn für die Stadt, 4200 neue Parkbäume, 18 Millionen Kilometer weniger PKW-Fahrten,
Stuttgart wird sonst abgehängt…“

2010-09-27 Dürr DB
Klar ist doch: Die Bahn überlebt, wenn Stuttgart 21 nicht gebaut wird.
Aber Stuttgart bleibt dann eben eine Provinzstadt ohne Potenzial.

2010-09-10 Teufel CDU:
"Käme es allerdings zu einem Baustopp, dann hieße das auch: Stuttgart 21 ist gestorben.“ …
Baden-Württemberg wäre dann abgehängt.

Schmeichelrede (1)

Ein Bauprojekt zu seiner Rechtfertigung rühmen ist üblich und legitim. Wenn über die Maßen und zu Unrecht gelobt wird, wird es zu leicht erkennbaren Schmeichelei. Für das hoch umstrittene Projekt Stuttgart 21 (und die Neubaustrecke) finden sich viele Schmeichelworte zum Emporloben. Kritische Worte dazu gibt es von Verkehrsexperten und Projektkritikern unter der Bürgerschaft.

Seit Herbst 2018 habe ich beiderlei Arten von
„Schmeichelworten“ zu Stuttgart 21 gesammelt und immer wieder ergänzt. Aktuell ist diese Sammlung neu formatiert und etwas selektiert worden.

Am Montag, 8. Juli, ist eine Demo-Rede mit mir geplant und in folgenden Blogs sollen kleine Ausschnitte zum Thema „Schmeichelworte zu Stuttgart 21“ stehen als Material zur Rede.

Kommentar vom Januar 2011

„Eines dürfte inzwischen jedem klar geworden sein, der sich über S21 umfassend informiert hat: S21 ist ein gigantisches Lügengebäude, dessen "Fundament" eben nicht Recht und Gesetz, geschweige denn die Interessen der Bürger sind. Die Profiteure haben jahrelang Bürger und Entscheidungsträger unter Vorspiegelung falscher Tatsachen getäuscht.

S21 ist Betrug und definitiv gescheitert. Das Fundament trägt nicht, das Lügengebäude hat mächtige Risse bekommen und wird nicht zu halten sein. Die einzige Frage ist, wie viel von unser aller Geld noch den bereits für eine gigantische historische Fehlplanung ausgegebenen Summen für weiteres Zerstörungswerk an funktionierender Infrastruktur zugunsten einer zukünftigen Bauruine ohne Sinn und Verstand hinterhergeworfen wird.“

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Die Kommentarfunktion von Artikeln der Stuttgarter Nachrichten und -Zeitung wurde seit 2016 peu à peu abgestellt, es gibt sie schon lang nicht mehr. Damit wird kompetente Gegenöffentlichkeit von der Monopolpresse ausgebremst. Das Scheitern des Schadprojekts Stuttgart 21 wird dadurch vielleicht verzögert, aber nicht verhindert.

der große Bluff

Stuttgarter Zeitung:
„Hany Azer, von 2008 bis 2011 für Stuttgart 21 verantwortlich, hat am Freitag das Bundesverdienstkreuz erhalten. Die Auszeichnung hat allerdings nichts mit Azers Wirken bei der Bahn zu tun.“
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„Chancen und Risiken“ ist das Thema der sogenannten „Azer-Liste“. In dieser Liste gibt es nur 1 Chance, aber 120 Risiken, die „Chance“ wird aber zuerst genannt! Ein leicht zu durchschauender Psycho-Trick und eine Beleidigung für engagierte Bürger.
Nach 3 Jahren hatte Azer in Stuttgart das Handtuch geworfen, denn er musste am Projekt übergroße Risiken nach Zahl und Problematik feststellen. Es ehrt ihn, dass er dies deutlich ausgesprochen bzw. hinterlassen hat.

aus dem Lügengarten

Kontext:Wochenzeitung: Den Floskelmeister machte ein ums andere mal Brunnhuber, der gegen Ende schwärmte von der Entstehung einer "innovativen und zukunftsweisenden Infrastruktur, die Synergien nach sich zieht." Er war es auch, der am deutlichsten die Chance fürs Wohl der Beton- und Immobilienbranche ansprach. Freilich blumiger formuliert: Der Tiefbahnhof sei "nur die Ouvertüre für ein viel größeres Projekt", die Bebauung der 100 Hektar frei werdenden Flächen.“
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Den Wurmbau S21 kann man nicht gesund beten.
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Aus Stuttgarter Zeitung, August 2014. Entlarvung der 100ha-Lüge:
- A1: gehört nicht zu Stuttgart 21, ist schon seit Jahrzehnten frei und inzwischen fast bebaut
- C: ist heute schon „frei“, allerdings teilweise mit Baulogistik S21 belegt
- B: so gut wie bei S21 kann das Paketpostamt und zumindest Teile des Abstellbahnhofs können frei gemacht werden.
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Ergebnis: die 100 Hektar schrumpfen auf etwa ein Drittel der Fläche.

problematisch

Eine versöhnliche Ergänzung von Murphys Gesetz (siehe Blogeintrag gestern) lautet: „[…] und man findet immer jemanden, der es wieder in Ordnung bringt.“
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Im Fall der Verwüstungen von Stuttgart ist das sehr problematisch:
  • wie kann man den nötigen Zugverkehr wieder in Ordnung bringen, wenn die Gäubahn oberirdisch - wie immer noch geplant - nicht mehr bis zum Hauptbahnhof fahren kann? Die Doppelnutzung der Gleise mit der S-Bahn ab der „Rohrer Kurve“ verheißt ständige Störungen.
  • wie kann ein Notfallkonzept für die S-Bahn aussehen?
  • was ist, wenn eines der Risiko-Tunnels (4) wegen Quellung des Anhydrit gesperrt werden muss?
  • wer kann den zerstörten Schlossgarten wieder „in Ordnung“ bringen, wenn der Tiefbahnhof nicht in Betrieb geht?

aktuell aufgewärmt

Aus Neopresse von gestern, nach einem Spiegel-Bericht:

„Dass „Stuttgart 21“ ein Steuer-Millardengrab ist und wie der BER vermutlich niemals in Betrieb gehen wird, zeigt ein aktueller Bericht aus Stuttgart. Seit einigen Wochen sind die Ingenieure für den S21-Tunnelbau mit einem großen Problem konfrontiert: Täglich dringen zweieinhalb Millionen Liter Grundwasser in den Tunnel ein. Denn der geplante Tiefbahnhof liegt ungünstig zur Fließrichtung des Grundwassers. Grundwasser kann aber nicht im großen Stil abgepumpt werden.
An vielen Stellen rinnt auf einer Länge von 300 Metern Wasser in den Tunnel. 30 Liter pro Sekunde. Das lässt den Tunnelbau ins Stocken geraten – die Ingenieure suchen dringend nach Lösungen. Noch ist nicht klar, wie der Wassereintritt verhindert werden und der Tunnelvortrieb wieder beschleunigt werden kann. Unter den aktuellen Bedingungen kommen die Arbeiten nur noch 50 Zentimeter pro Tag voran. Normalerweise sind es drei Meter pro Tag. Die Tunnelbauer haben noch 550 Meter vor sich bis nach Stuttgart-Untertürkheim.
Den Ingenieuren bleibt nichts anderes, als verschiedene Verfahren auszutesten, um den Wassereintritt zu verhindern. Welches der angewendeten Verfahren am besten passt, wurde noch nicht herausgefunden.“
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„Das Wasser hat einen kleinen Kopf“ (Weisheit vom Bau) und Bestätigung des Blogmottos: „Stuttgart 21….wird scheitern. Das Projekt ist einfach zu schlecht und hat Natur und Vernunft gegen sich.“
Murphy's Gesetz:
Wenn etwas schiefgehen kann, dann wird es auch schiefgehen. Folgerungen:

  1. Nichts ist so leicht, wie es aussieht.
  2. Alles dauert länger, als man glaubt.
  3. Wenn es eine Möglichkeit gibt, dass Dinge schiefgehen, so wird das schiefgehen, das den grössten Schaden anrichtet.
  4. Wenn man feststellt, dass es vier Möglichkeiten gibt, die einen Vorgang schiefgehen lassen können, und man diese ausschaltet, wird sich bestimmt noch eine fünfte finden lassen.
  5. Dinge sich selbst zu überlassen, führt vom Regen in die Traufe.
  6. Immer, wenn man etwas ernsthaft machen möchte, kommt etwas anderes dazwischen.
  7. Jede Lösung bringt neue Probleme.
  8. Es ist unmöglich, etwas ganz sicher zu machen, denn Dummköpfe sind zu erfinderisch.
  9. Die Natur ergreift immer die Partei des versteckten Fehlers.
  10. Mutter Natur ist ein böses Weib.

Blaue Ballons über Betonien

Schnappschuss aus dem Zugfenster am 24.5.2019, Kommentar überflüssig.
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Ballons von rechts nach links:
- Wolke 7 (Cloud Nr.7, Hotel und Luxuswohnungen
)
- Einkaufsparadies MILANEO, eines der ECE-Kommerz-Projekte, die sich mehrfach in Deutschland finden.
- Bürohaus
- Stadtbibliothek (der gepriesene „Solitär“ ist inzwischen rundum fast verdeckt)


Nachtrag zu den Blogs vom 5. und 6. Juni

Peter Främkes Glosse zu Teufel und Co:
„Das Schwäbische Tagblatt hat einen Artikel veröffentlicht: „Dürrs Werk und Teufels Beitrag.“ Mit diesem einprägsamen Titel wird berichtet, dass einige S21-Haupttäter nach 25 Jahren an ihren „Tatort S21“ zurückkehren und beweisen, dass sie NICHTS – aber auch GAR NICHTS(!) – begriffen haben.“
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Wissmann im swp-Artikel:
„Das damals fast einhellige Lob praktisch aller Beteiligten hat sich im Lauf der Jahre etwas verflüchtigt.“
Kommentar S.B.: Von Anfang an gab es nicht nur „Beteiligte“, sondern starke Proteste aus der Bürgerschaft. Auch politische Kräfte, voran die Grünen, waren erklärte Projektgegner. Lob „etwas verflüchtig“: Lobpreisungen sind kaum mehr zu hören angesichts der desaströsen Realisierung.

Aus dem Blog vom 26.2.2017:
Die Befürworter des Schadprojekts Stuttgart 21 sind sehr kleinlaut geworden, wenn es um die Vorzüge des Projekts geht, denn seine Sinnhaftigkeit und damit die Planrechtfertigung sind längst dahin. Am letzten Tag der Filderanhörung konstatierte ich in meinem Redebeitrag:
Mein Eindruck von den vielen hier verbrachten Stunden ist: Meine Herren von der Bahn  (ich sehe keine Frau) und speziell die Bahn-Anwälte Schütz und Kirchberg, an die Stelle der Sinnhaftigkeit, der Qualität des Projekts setzen Sie jetzt die vorhandenen Verträge, EU-Recht, Finanzierungsvereinbarung usw. und den bereits erfolgten Baufortschritt. Damit lassen wir Bürger uns aber nicht abspeisen!“

Mignon 2019

Kennst du das Land, wo Schwarz-Gelb abgewählt,
Weil dort Kommerz, und nicht Kultur mehr zählt,
Wo man Verkehr in Stadt und Land verpennt,
Da man nur dem Prestige-Objekt nachrennt,
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Volksvertreter, wer möcht da mit dir ziehn?


Kennst du die
Stadt, die Gold im Schoße hat,
Das in Gefahr nun ist durch dein Mandat,
Und die Natur hier schlichtweg vergewaltigt,
Historisches brutalst nun umgestaltet,
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Wer mag da noch an diesem Stricke ziehn?


Kennst du die
Bahn, die einstmals zuverlässig,
Heut nur noch unpünktlich und mittelmäßig,
Konzerngeflecht ohn jede Ethik pur,
Wo sind heute die Missetäter nur?
Kennst du sie wohl?
Dahin! Dahin
Wohin solln wir als Stimmvieh weiter ziehn?

Stuttgart-08-06-19

Eckart Schäffer
______________________________________
Kennst Du die
Alten, Teufel und Konsorten,
Man sah sie unlängst stehn am dümmsten aller Orten,
Die alten Phrasen uneinsichtig tönen,
und falsche Propaganda dabei ölen.
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Den Un-Ort lass uns fliehn!

Bad Gastein-08-06-19
S.B.

Schnee von 2010 (5)


An die CDU Stuttgart
Herrn Fred-Jürgen Stradinger
Fraktionsvorsitzender
Rathaus Stuttgart

Memory 11 / Offener Brief (Jan. 2010)
Als Mail und Briefpost
Auf der Website http://www.s21.siegfried-busch.de veröffentlicht

Sehr geehrter Herr Stradinger,

Sie kommen im Stuttgarter Amtsblatt Nr. 1/2 vom 14. Januar auf Seite 2 ausführlich zu Wort. Dabei schüren Sie die Ängste und die Empörung der Stuttgarter. Was Sie fordern, nämlich die Vorteile von S 21 „besser zu kommunizieren“ , gelingt Ihnen „im Gegenteil“ durch völlig unglaubwürdige Aussagen.

  1. „Stuttgart wird enorm von Stuttgart 21 profitieren“: Hätten Sie gesagt „die Wirtschaft Stuttgarts“, wäre das noch akzeptabel gewesen. Das Stadtbild und die Bürger erleiden nämlich irreversible Verluste an Lebensqualität und an Identität. Dabei denke ich konkret zuerst an den Schlossgarten und das Kulturdenkmal Bonatz-Bahnhof.
  2. Sie sprechen von der „soliden Finanzierung“ und dass „die eingeplanten Mittel von 4,5 Millionen...nicht überschritten“ werden. Das glaubt Ihnen doch kein Mensch, der die Bauprojekte der Bahn und die Finanzierung von S 21 verfolgt hat. Wie kann etwas „solide“ finanziert werden, wenn alle Projektbeteiligten in allzu tiefen Schulden stecken?
  3. „Denn die Chancen von Stuttgart 21 sprächen für sich…“ Wenn das so wäre, könnten Sie das auch den Menschen klar machen, was Ihnen nicht gelungen ist und nie gelingen wird, weil es auch ohne S 21 riesige Brachflächen zu entwickeln gibt, etwa 75% der Fläche von S 21. Das Meiste davon sofort und nicht erst 2022 + x.
  4. „Zuwachs an Grün für den Stadtpark“ lässt Sie der Umsetzung „entgegen“ fiebern. Dieser Grund ist längst entlarvt als Greenwash des Stadtentwicklungsprojekts. Lächerliche 8,3 Hektar verbleiben in der Bilanz der Parkerweiterung, die weit weg am Rosensteinpark stattfinden soll, während im Herzen der Stadt der alte Schlosspark dran glauben muss.

…Ihr Halleluja zu S 21, sehr geehrter Herr Stradinger, gerät zu einem ganz persönlichen „mea culpa“ an einem Desaster aus Ihrer Verantwortung, Mitläufer der Fraktion eingeschlossen.

bald hohe Anerkennung?

Stuttgarter Nachrichten gestern:
„Bald werden wir mit hoher Anerkennung über alle sprechen, die für diesen Bahnhof gearbeitet haben.“
(Der ehemalige MP Erwin Teufel bei der Propagandaveranstaltung des „Leuchtturmprojekts“)
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„Bald“? Das kann niemand mehr glauben:
1994 wurde das Projekt vorgestellt
1997 war die Fertigstellung für 2008 angekündigt
2018 von der Bahn auf Ende 2025 terminiert, aber von Projektkennern bereits auf 2030 verschoben.
Teufel, Dürr, Wissmann, Öttinger und Co werden für das unausweichliche Desaster des Projekts S 21 kaum „hohe Anerkennung“ bekommen.

längst widerlegt

Die „Väter von Stuttgart 21 loben das Projekt“ (Süddeutsche Zeitung heute)
…„Die Kostenexplosion liege vor allem an der verlängerten Bauzeit und den steigenden Baupreisen, sagte der damalige Bahn-Chef Heinz Dürr. Ex-Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) bat um Geduld: "Bitte wartet nur wenige Jahre ab, bis es fertig ist, dann will niemand mehr dagegen gewesen sein.“

Alle drei betonten, dass das Bahnprojekt viele Vorteile mit sich bringe: freiwerdende Flächen in der Innenstadt, die Anbindung an das Fernverkehrsnetz, wachsende Kapazität, verkürzte Fahrzeiten und ein Prestigegewinn für die Stadt. Der Kostenrahmen liegt derzeit bei 8,2 statt der ursprünglichen 4,5 Milliarden Euro. Die Fertigstellung ist aktuell für 2025 statt 2021 geplant.“
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Das sind die alten falschen, längst widerlegten Propaganda-Behauptungen (siehe
21 gute Gründe).

aber vielleicht doch?

Aus der gestrigen Demo-Rede von Peter Grohmann:
…„Aber Sie wissen es ja auch, grün hin oder links her: Der Staatskonzern betoniert weiter. Und der weiss wie wir: Stuttgart 21 ist eines de klimaschädlichsten Großprojekte der letzten Jahre. Ich mein' ja nur! Nicht daß ich glaube, die grünen Wahlgewinner würden jetzt irgendwo irgendwie etwas oder auch alles ganz anders machen oder die Handbremse rein hauen oder Kretschmann seinen Diesel wegnehmen.
Aber vielleicht doch. Vielleicht spielen Anstand und Sitte und Ethik und Einsicht und Realität und Prognosen eine Rolle. Vielleicht hilft das Angebot zu einer umfassenden, weitsichtigen großen Koalition an alle gesellschaftliche Kreise, parlamentarisch und außerparlamentarisch. Vielleicht hilft der Hinweis, dass 56 Millionen im Stadthaushalt nicht ausreichen, alle Schulen und Turnhallen nachhaltig und klimagerecht zu sanieren, dass es das Doppelte braucht jedes Jahr, die Erkenntnis auch, dass diese klimagerechte Sanierung Lohn und Brot bringt, Arbeitsplätze sichert. Vielleicht also verleihen ihnen, den an Stimmen reich Gewordenen, diese Stimmen und der Vorschuss an Vertrauen durch die BürgerInnen Flügel? Vielleicht helfen zusätzlich unsere Glück- und Segenswünsche? Denn es waren die Stimmen für ein
Halt - nicht weiter so!“…

Urdilemma der Grünen

Berliner Morgenpost vom 2.6.19
…„Vielleicht bietet der aktuelle Höhenflug mit dem unguten Kribbeln im Bauch die Chance für „Erwartungs-Management“, also ein wenig Wahrhaftigkeit…Umweltgerechtes Leben bedeutet eben Wende zum Weniger, womöglich auch bei den Wählerstimmen.
Womit wir beim grünen Urdilemma wären:
Ehrlichkeit oder Macht? Aufrecht wäre ein Appell zu behutsamem Konsumverzicht, pragmatisch dagegen die Fischer-Finte, auch als Kretschmann-Kniff bekannt – grüne Gefühligkeit schaffen ohne weh zu tun.“…
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Verkehrsminister Hermann spricht manchmal ehrlich aus, was er von Stuttgart 21 hält, nämlich die „
größte Fehlentscheidung der Eisenbahngeschichte“ (Stuttgarter Zeitung vom Juni 2018). Zu der Konsequenz Ausstieg und Umstieg aus dem Katastrophenprojekt haben die Grünen noch nicht gefunden. Der Machterhalt steht eben an erster Stelle

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Aus einem Bahnprospekt zu Stuttgart 21 von 2009:
„Neue Flaniermeile: der Straßburger Platz auf dem Dach der Bahnsteighalle“

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Zum Blog vom 31. Mai 2019 (gestern)

E-Mail von Chr.L. von heute:
Ach schade, ich dachte schon, Herr Hermann hätte angesichts immer haarsträubenderer Zustände, der Wahrnehmung einer kritischer gewordener Jugend und Wahl-bedingten Rückenwindes zu alter Offenheit oder Aufrichtigkeit zurückgefunden.

Dann sah ich das Datum der Quelle: es ist fast schon ein Jahrzehnt her, daß er solches zu äußern wagte. Meine Hoffnung auf einen eigentlich voll informierten Politiker, der nach jeder Rede ein „ceterum censeo...“ zu S 21 äußert, schwindet.